IFRS in mittelständischen Unternehmen: Welche Vorteile die neuen internationalen Bilanzstandards bieten und wie Sie davon profitieren
Die neuen internationalen Bilanzstandards IFRS (International Financial Reporting Standards) gewinnt auch in Deutschland immer mehr an Bedeutung.
Zwar ist seine Anwendung bis spätestens 2007 nur für kapitalmarktorientierte Unternehmen vorgeschrieben, doch eine Ausweitung auf andere Firmen innerhalb der EU wird immer wahrscheinlicher. Die Vorteile und die Unterschiede zum HGB zeigt Ihnen der nachfolgende Beitrag auf. Insgesamt hält sich die Begeisterung der deutschen Unternehmen für IFRS in Grenzen, das zeigt deutlich eine aktuelle Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PwC): Zwar haben sich 60 % der Mittelständler schon einmal mit dem Thema auseinander gesetzt. Doch gerade einmal 8 % bilanzieren bereits nach den internationalen Regeln, und 11 % planen ihre Anwendung. Dagegen sind die IFRS bei internationalen Unternehmen in Europa, Australien und Kanada schon weit verbreitet. In Deutschland erstellen 19 von 30 DAXUnternehmen inzwischen eine IFRSBilanz. Von 50 MDax-Unternehmen haben 28 Firmen für das Geschäftsjahr 2004 eine IFRS-Bilanz aufgestellt. IFRS-Pflicht auch für kleine und mittlere Unternehmen im Gespräch Der Siegeszug der International Financial Reporting Standards ist nach Meinung von Experten kaum noch aufzuhalten. Schon Mitte 2006 sollen abgespeckte Bilanzierungsregeln für kleine und mittlere Unternehmen fertig sein, die 2008 in Kraft treten könnten. Auch die EU liebäugelt mit einer generellen Einführungspflicht, auch um den Banken die Vergleichbarkeit und damit die Beurteilung im Rahmen von Kreditvergaben zu vereinfachen. Als höchste Hürde bei den IFRS nennen die befragten Unternehmen (79 %) den Umstellungs- und Folgeaufwand – immerhin geht es nicht nur um eine Modifizierung des bisherigen Rechnungswesens, sondern um ein völlig neues System. Besondere Sorge bereitet interessierten Unternehmen die Bereitstellung fachkundiger Mitarbeiter. Was mittlere Unternehmen ebenfalls abschreckt, ist der Zwang zur doppelten Bilanzierung. Neben der IFRS-Konzernbilanz ist auf absehbare Zeit noch der Einzelabschluss der Muttergesellschaft nach dem deutschen Handelsgesetzbuch (HGB) notwendig. Und nicht zuletzt ist es die ungeheure Komplexität der bereits heute rund 2.000 Seiten umfassenden IFRS-Regeln, die Mittelständler (48 %) zögern lässt. Die Vorteile von IFRS Primäre Zielsetzung der IFRS ist die Bereitstellung entscheidungsrelevanter Informationen für potenzielle Investoren. Hier findet sich im Vergleich zu den Rechnungslegungsregelungen im deutschen HGB auch der maßgebliche Unterschied. Die HGB-Regelungen sind auf den Gläubigerschutz ausgerichtet und berücksichtigen das Niederstwertprinzip. Die Zahlen beispielsweise, die das deutsche HGB liefert, weichen stark von anderen Bilanzen ab. Für das operative Management sind sie nahezu irrelevant, weil sie primär steuerlichen Zwecken dienen. Mit IFRS schafft das Unternehmen eine transparente Grundlage zur qualitativen Steuerung. 10 Vorteile, die IFRS auch mittelständischen Unternehmen bieten - Die internationalen Standards bilden die wirtschaftliche Substanz der Geschäftstransaktionen realistischer ab, Doppelarbeiten für internes und externes Rechnungswesen entfallen.
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IFRS bilden das Geschehen im Unternehmen klarer und transparenter ab. -
Mit den IFRS kommt man dem Marktwert eines Unternehmens näher. -
Einheitliche Rechnungslegungsstandards erleichtern die Aufstellung eines Konzernabschlusses bei grenzübergreifend tätigen Konzernen erheblich. -
Im Rahmen der Transparenzanforderungen nach Basel II können mit einer Bilanzierung nach den IFRS Vorteile beim Rating verbunden sein. -
Die Anwendung der internationalen Rechnungslegung erleichtert eine alternative Finanzierung durch Private Equity internationaler Investoren. -
Die international akzeptierte Rechnungslegung nach den IFRS vereinfacht die Akquise internationaler Aufträge, bei denen z. B. Jahresabschlüsse vorgelegt werden müssen. -
Die freiwillige Rechnungslegung nach den IFRS ist eine gute Vorbereitung auf den zukünftigen europäischen Standard. -
Eine einheitliche Rechnungslegung verbessert die Vergleichbarkeit von Unternehmen gleicher oder verschiedener Branchen. -
Die Anwendung der IFRS signalisiert Zukunftsorientierung und Kompetenz und erhöht die Glaubwürdigkeit der eigenen Unternehmensberichterstattung sowie das Unternehmensimage. Fazit: Die IFRS eignen sich sicherlichicht für jedes Unternehmen. Doch stark exportorientierte Unternehmen sowie Konzerne mit Auslandstöchtern und Unternehmen ab 60 Mio. € Jahresumsatz kommen heute an den IFRS kaum mehr vorbei – trotz der erheblichen Kostenbelastung bei der Einführung.
Diese Meldung entspricht unter Umständen nicht mehr dem neuesten Stand.
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