Risiken optimal versichern und trotzdem weniger zahlen Was Sie bis zum 30.9.2007 erledigen müssen
Als Rechnungswesen-Profi sind Sie gewohnt, auf 2 Stellen hinter dem Komma zu rechnen und hart um jeden zusätzlichen Kostenvorteil zu kämpfen. Was beispielsweise bei Finanzierungskosten selbstverständlich ist, wird bei Versicherungsprämien oftmals vernachlässigt. Vor allem diese beiden Gründe sprechen dafür, dass Sie die Versicherungen Ihres Unternehmens ständig im Auge behalten müssen: Die Versicherungsgesellschaft, die vor 5, 10 oder 15 Jahren am günstigsten war, kann heute zu den teuren Anbietern gehören –
und dann ist es Zeit für einen Wechsel oder Nachverhandlungen. Manche Versicherungen sind inzwischen auch überflüssig und sollten (endlich) gekündigt werden.
Warum Sie jetzt keine Zeit zu verlieren haben Bei betrieblichen Versicherungen, wie z. B. der Betriebshaftpflichtversicherung, gilt: Wenn nichts anderes vereinbart ist, müssen Sie 3 Monate vor Ablauf des Versicherungsjahrs schriftlich kündigen. In den meisten Fällen ist das Versicherungsjahr mit dem Kalenderjahr identisch. Und das bedeutet für Sie: Werden Sie bis Ende September aktiv Wenn Sie sich für Ihr Unternehmen ab 2008 bei einem anderen Versicherer optimalen Versicherungsschutz zu besseren Konditionen sichern wollen, müssen Sie den betreffenden Versicherungsvertrag bis Ende September kündigen. Achtung: Entscheidend ist der rechtzeitige Zugang des Kündigungsschreibens beim Versicherer. Praxis-Tipp: Lassen Sie sich von Ihren Mitarbeitern eine Liste mit allen Versicherungen zusammenstellen, bei denen das Versicherungsjahr am 31.12.2007 endet. Klären Sie vor einer Kündigung, ob Sie bei Ihrem derzeitigen Versicherer bessere Konditionen herausholen können. Je mehr Versicherungen Sie bei ein und demselben Versicherer laufen haben, desto stärker ist Ihre Position. Prüfen Sie, ob Sie die auf der nächsten Seite folgenden 4 Prämien-Spar-Möglichkeiten schon nutzen. 1. Selbstbeteiligung am Schaden: So machen Sie es richtig Was bei der Kfz-Kaskoversicherung schon seit jeher üblich ist, bieten die Versicherer inzwischen für nahezu alle Versicherungsarten an: die Selbstbeteiligung des Versicherungsnehmers. Dadurch können Sie bis zu 20 % der Prämie sparen. Dieses Angebot der Versicherer ist allerdings alles andere als uneigennützig; es dient allein dazu, Sie als Versicherungsnehmer dazu zu bewegen, Kleinstschäden aus eigener Tasche zu bezahlen. Achtung: Bedenken Sie, dass sich der Selbstbehalt bei jedem Schaden wiederholt. Haben Sie also mehrere gleichartige Schäden in einem Jahr zu beklagen, müssen Sie jedes Mal den vollen Selbstbehalt bezahlen. Praxis-Tipp: Wenn Sie sich zur Vereinbarung einer Selbstbeteiligung entschließen, dann nur mit einer Summenobergrenze pro Schadenfall. Beispiel: „Selbstbehalt in Höhe von 10 % des Schadens pro Einzelfall, maximal aber … €“ Zusatz-Tipp: Vergleichen Sie stets den eingesparten Versicherungsbeitrag mit dem Selbstbehalt. Ob sich die Selbstbeteiligung „rechnet“, können Sie leicht selbst ermitteln. Beispiel: Ihre Selbstbeteiligung beträgt 250 €. Durch die Vereinbarung dieser Selbstbeteiligung sparen Sie jährlich 30 €. Das bedeutet: Die Selbstbeteiligung rechnet sich nur dann, wenn 9 Jahre lang kein Versicherungsschaden eintritt. 2. Dauernachlass: Sichern Sie sich diesen „Treuebonus“ Bei dem Dauernachlass handelt es sich um einen Rabatt, der auf die Versicherungsprämie gewährt wird. Beispiel: 10 % bei mindestens 5-jähriger Vertragslaufzeit. Das ist sozusagen der Standardfall. Praxis-Tipp: Verlangen Sie, besser behandelt zu werden als der Standardkunde. Erst recht dann, wenn Sie bei dem Versicherer bereits mehrere Versicherungspolicen laufen haben. Bestehen Sie dann allein schon deshalb auf einen Dauernachlass. Das ist letztlich nichts anderes als eine Art „Treuebonus“. 3. Ausschnittsversicherung: Wie Sie zusätzlich Geld sparen Prüfen Sie vor Abschluss eines Versicherungsvertrags, ob Sie den vollen Risikoschutz der betreffenden Versicherungsart wirklich brauchen. Unter Umständen genügt der Abschluss einer so genannten Ausschnittsversicherung. Das bedeutet, dass Sie Ihren Risikoschutz gegenüber der Vollversicherung freiwillig beschränken. Beispiel: Sie entscheiden sich für eine Einbruchdiebstahlversicherung anstelle einer Gebäudeinhaltsversicherung. Dann ist eine Prämienersparnis von rund 50 % drin. Ihr Vorteil: Dann sind beispielsweise unter anderem auch Schadenfälle durch Bedienungsfehler und fahrlässiges Verhalten sowie Konstruktions- und Materialfehler abgesichert. Apropos Elektronikversicherung: Die Versicherungsbedingungen sehen regelmäßig vor, dass die Prämie jährlich automatisch angepasst wird, und zwar an die allgemeine Preisentwicklung. Dadurch soll vermieden werden, dass eine Unterversicherung entsteht, die Versicherungssumme im Schadenfall also nicht ausreicht. Versuchen Sie, dass die Klausel von vornherein gestrichen oder aber im Nachhinein auf dem Kulanzweg herausgenommen wird. Schließlich befinden sich die Preise für Computer im freien Fall – sowohl bei der Hardware als auch bei der Software. Deshalb macht die Anpassungsklausel keinen Sinn und führt außerdem nur zu überhöhten Prämien. 4. Verträge online abschließen: nicht immer empfehlenswert Praktisch alle herkömmlichen Versicherer bieten ihre Leistungen inzwischen auch im Internet an – manche durch einen eigenen Online-Auftritt, andere über ein Tochterunternehmen. Einige Versicherer sind aber auch nur als reine Internet-Anbieter tätig. Wie auch immer: Der Abschluss eines Versicherungsvertrags per Mausklick verschafft Ihnen günstigere Versicherungsprämien bzw. Nachlässe auf die normalen Beiträge. Beachten Sie bei reinen Online-Anbietern aber auch, dass in der Regel der gesamte Geschäftsverkehr online abgewickelt wird, auch im Schadenfall. Praxis-Tipp: Lassen Sie sich durch diese Prämienvorteile nicht blenden. Wichtigstes Ziel bleibt ein maßgeschneiderter Versicherungsschutz. Denn die günstigste Versicherung nutzt nichts, wenn sie ganz oder teilweise überflüssig ist. Falls Ihnen das Internet nicht die Informationen bietet, die Sie konkret brauchen, lassen Sie sich besser individuell beraten.
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